Zusammensetzung des Gewerbestrom-Preises

Der Gewerbestrompreis setzt sich grundsätzlich aus dem Preis für den benötigten Strom, (kW) also die benötigte elektrische Leistung und dem Arbeitspreis für die verbrauchte Arbeit (Jahresverbrauch in kWh) zusammen.

Bei der Berechnung kann also nicht rein vom Stromverbrauch ausgegangen werden. So können beispielsweise Unternehmen die einen relativ geringen Jahresverbrauch haben mit dem unpassenden Angebot durchaus eine hohe Rechnung erhalten. Und zwar, wenn sie einige hohe Leistungsspitzen verzeichnen, sie wirken sich nämlich direkt auf die Kraftwerksleistung aus. Abhilfe würde hier wenn möglich die Verlegung der Spitzen auf kostengünstigere Nachttarife oder das Wochenende haben.

Wenn beim allgemeinen Tarif die integrierte Leistungspauschale des Jahresstromverbrauches überschritten wird, eine höhere Leistung erforderlich oder hohe Leistungsschwankungen erfasst werden, wird der genaue Leistungsbedarf mittels viertelstündlicher Messung ermittelt.

Der Strompreis für Gewerbekunden wird neben dem Stromverbrauch von Energiebereitstellung, Vertrieb, dem Netzanschluss und Steuern und Abgaben bestimmt.

Die Kosten für die Energielieferung und den Vertrieb beinhalten im Wesentlichen die Stromablesungskosten, die Verwaltungskosten sowie eine Abgeltungspauschale für die ständige Lieferbereitschaft.

In diesen Bereich ist auch der Gewinn des Stromanbieters einkalkuliert, da den anderen Abgaben staatlich geprüfte Obergrenzen zugrunde liegen. Industriekunden können den benötigten Strom von den billigeren Grundlastkraftwerken beziehen, weil die Abnahme durch Industriekunden gleichmäßig erfolgt.

 

Steuern und Abgaben

Die Steuerlast ist für Industriekunden wesentlich geringer als für den Privatverbraucher. Ihre Zusammensetzung ist zwar ähnlich, doch werden sie nur in reduzierten Prozentsätzen eingehoben. Gegebenenfalls sind einige Betriebe gänzlich von bestimmten Abgaben befreit. Die Bemessungsgrundlage ist abhängig von der Betriebsgröße, der Höhe des Stromverbrauchs und der Art des Gewerbes.

Der Anteil an Steuern und Abgaben variiert für Gewerbekunden zwischen 10 bis 30 Prozent des Gesamtstrompreises. Dazu zählen die Konzessionsabgabe, die KW- und die EEG-Umlage. In den letzten Jahren ist der Anteil der Steuern und Abgaben am Gesamtpreis kontinuierlich gestiegen. Die Mehrwertsteuer verrechnen Industriekunden mit der Vorsteuer, sie wird also nicht mehr aufgeschlagen, dies reduziert den Gesamtpreis natürlich enorm.

 

Die Konzessionsabgabe

Konzessionsabgaben werden vom Stromanbieter an die Gemeinden als Abgeltung für die Benutzung des Wegerechts bezahlt, beispielsweise erfolgte die Nutzung durch das Legen von Leitungen. Hier gibt es gesetzliche Höchstbeträge, die in der KAV, der Konzessionsabgabeverordnung ersichtlich sind.

Sondervertragskunden bezahlen nur den geringen Teil von 0,11 Cent/kWh. Wenn der Strompreis des Betriebes unter dem Durchschnitt der Sondervertragskunden liegt, so ist er von der Konzessionsabgabe gänzlich befreit.

 

Die KWK-Umlage

Die KWK-Umlage bezieht sich auf die Kraft-Wärme-Koppelung, mit dieser Umlage wird die Stromerzeugung aus solchen Anlagen staatlich unterstützt. Kraftwerke mit KWK-Anlagen haben eine gute Umweltbilanz, verschlingen aber ziemlich hohe Betriebskosten. Deswegen hatten Betreiber dieser KWK-Anlagen besonders nach der Liberalisierung des Strommarktes oft finanziell das Nachsehen.

Zur allgemeinen Regelung dieser Problematik wurde im Jahre 2000 dazu ein Gesetz erlassen, indem Energieversorger vorrangig zur Abnahme von Strom, der in KWK-Anlagen erzeugt wurde, verpflichtet wurden. Für Industriekunden hängt die Höhe der Umlage von den bisherigen Stromkosten ab. Wenn die Stromkosten im vorangegangenen Jahr vier Prozent über dem Umsatz lagen, beträgt die Umlage ab 100 MW nur mehr 0,025 Cent/kWh. Ansonsten werden für Industriekunden 0,05 Cent berechnet.

 

Die EEG Umlage

Ebenfalls im Jahre 2000 wurde das EEG (Erneuerbare Energien) Gesetz erlassen. Es soll die Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien wie beispielsweise Solar- oder Wasser- und Windkraft bewirken. Der kundenversorgende Stromanbieter ist verpflichtet, zu einem bestimmten Teil diese Angebote zu nutzen. Die Anlagenbetreiber erhalten für die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe ein pauschalisiertes Entgelt. Diese werden von den Stromversorgern getragen, die diese Mehrkosten aber in Form der Umlage den Kunden zurechnet. Ihre Höhe variiert je nach Energiequelle.

 

Die Strom- oder Ökosteuer

1999 wurde die Strom- oder Ökosteuer eingeführt, die den Stromverbrauch besteuert und deshalb zur Einsparung des Verbrauches führen soll. Die Ökosteuer ist für Industriebetriebe im Vergleich zu Privatkunden wesentlich niedriger und beträgt derzeit 0,14 Cent/kWh. Das Produktionsgewerbe zahlt darüber hinaus allgemein eine verminderte Ökosteuer. Gewisse Umstände bewirken eine gänzliche Befreiung der Ökosteuerpflicht.

 

Die Netzkosten

Die Netzkosten müssen als staatlich reguliertes Entgelt aufgrund der Netznutzung bezahlt werden. Sie beinhalten den Stromtransport über den Verteiler zum Endverbraucher sowie die Reparatur- und Instandhaltungskosten und die Betriebskosten. Netznutzer sind in der Regel die Stromanbieter, die die Kosten aber auf den Endkunden umwälzen. Stromabnehmer aus der Industrie zahlen zwischen 15 und 25 Prozent an Netzkosten.

Von staatlicher Seite obliegt die Kontrolle der Netzzugangsentgelte den Landesbehörden, die für Unternehmen mit weniger als 100.000 Kunden und innerhalb der Landesgrenzen zuständig sind, sowie der Bundesbehörde, die alle übrigen Kunden reguliert. Die Netznutzungsentgelte müssen ihnen zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Regulierung soll verhindern, dass Stromanbieter mit überhöhten Netzentgelten Konkurrenz fernhalten.

 

Individueller Strompreis

Zur individuellen Berechnung des Strompreises wird noch die Region, der Verbrauch und die Art des Gewerbes berücksichtigt. Dazu gibt es viele unterschiedliche Tarifmodelle und Liefermodalitäten und einige gesetzliche Bestimmungen.

 

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